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Gedankensplitter – vor dem Papier gerettet!

 

Viel Zeit für nichts

Ich erlebe gerade Menschen in meinem Land, die ohne viel Energie sich selbst hinter sich herschleppen. Ein Rucksack mit den Resten einer gewesenen oder mit einer noch nicht gewordenen oder nicht mehr werdenden Persönlichkeit. Es fehlen die inneren Impulse, etwas aus sich zu machen, es fehlt der Gestaltungswille, der eine einzigartige Eigenschaft des Menschen an sich ist. Diese Menschen treiben auf einem immer breiter und träger werdenden Fluss, bleiben mal auf einer Sandbank oder im Schilf stecken, bis ein Hochwasser sie wieder weiterreißt.

 

Ein frisches „Was kann ich tun?“ wird ersetzt durch ein negativ träges „Was soll ich tun?“ oder „Was kann man machen?“ „Na ja, kann man eh nichts machen!“ Aktivität wird durch Passivität ersetzt. Hier setzt das Schulterzucken ein: „Na ja, was soll’s, kann man eh nix machen, also lassen wir’s!“ Die Wiener können diesen Zustand wunderbar beschreiben, wie Helmut Qualtinger in seinen Brettl-Texten zeigt. Dieses Nichts, dieses die Zeit an sich vorbeitreiben lassen, hat nichts mit einer kontemplativen Stille zu tun, diesem Innehalten, um dann neu schöpferisch tätig zu werden. In der Politik ist man froh, dass es so läuft, wie es gerade läuft. Es könnte ja schlimmer sein. Wenn man wählt, wählt man die Politiker, die den Status quo weiterschleppen. Wenn man überhaupt wählt, wenn etwas anders kommt, dann sagt man, dass man sowieso nichts machen konnte und die Anderen schuld sind. Sind die Deutschen zu Duldern und Duckmäusern geworden?

 

„Ist es Sünde, zu wünschen, ohne zu handeln?“ – fragte einmal Rückert.

Die klare Antwort: Nein! Nimm dem Menschen nicht sein Refugium an Träumen und Phantasien, wenn er weiß, dass sein Handeln befremdlich wäre und er vielleicht sogar nicht die Kraft hätte, seine Wünsche zu verwirklichen.

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